Frühzeitig alle Risiken einkalkulieren – Barrierefreies Bauen

Aussagen wie „das passiert nur den anderen“ oder „ich sitze eh nur im Büro, was soll mir schon passieren“ sind weit verbreitet, wenn es um die Frage nach der Angst vor dem Rollstuhl geht. Die über 1,6 Millionen Rollstuhlfahrer allein in Deutschland berichten nicht selten, dass sie selber von einem Zwischenfall überrascht wurden, der sie zumindest eine gewisse Zeit an den Rollstuhl gebunden hat. Gerade bei der Entscheidung für die eigenen vier Wände ist es daher nicht verkehrt, auch den schlimmsten Fall mit einzubeziehen. Schließlich sind die üblichen Bauweisen und Raumaufteilungen nicht zwangsläufig für Rollstuhlfahrer geeignet. Daher sollte jeder für sich selbst beantworten

  • Gehöre ich zu denen, die auf barrierefreies Bauen Wert legen sollten?
  • Was muss ich beim barrierefreien Bauen beachten?
  • Welche Kosten können auf mich zukommen?

Für wen barrierefreies Bauen empfehlenswert ist

Theoretisch betrachtet kann jeder Mensch plötzlich eine Behinderung erleiden. Von diesem Standpunkt gesehen ist das barrierefreie Bauen für niemanden eine Fehlentscheidung. Mit dem barrierefreien Bauen ist allerdings unter Umständen mehr Platz in den Räumlichkeiten, wie z.B. Flur, notwendig. Alleine aus diesem Grund können die Kosten für das notwendige Grundstück steigen. Sollten Sie aber Verwandte oder Bekannte haben, die bereits auf einen Rollstuhl angewiesen sind, ist es nicht verkehrt, aus Rücksicht auf diese Ihr Haus mit so wenigen Barrieren wie möglich zu bauen. Sollten Sie die finanziellen Mittel besitzen, einen eigenen Fahrstuhl in Ihr Haus oder Ihre mehrstöckige Wohnung zu integrieren, ist dies gerade für behinderte Menschen, die Sie besuchen, eine große Erleichterung. Natürlich muss es nicht gleich ein Fahrstuhl sein, dennoch lohnt es sich gerade auch in Richtung Treppenlifte sich rechtzeitig Gedanken zu machen, um die eigene Mobilität nach einem Unfall oder Krankheit sicherzustellen.

Was es zu beachten gilt

Beim barrierefreien Bauen sind in Deutschland einige Normen etabliert, die jedoch nicht rechtlich bindend sind. So gibt es für verschiedene Gebäude und Einrichtungstypen unterschiedliche Normen. Während sich die DIN18024-1 Norm mit den Regelungen für Straßen, Plätze und öffentliche Verkehrslagen befasst, sind momentan die Planungsgrundlagen DIN 18040-2 für Privatwohnungen geltend. Daher ist es empfehlenswert, sich mit seinen eigenen Anforderungen vertraut zu machen, die Empfehlungen aus der DIN-Norm zu studieren und Lösungswege zu finden, wie die eigenen Wünsche unter Einhaltung der DIN-Norm umgesetzt werden können.

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Mit dem barrierefreien Bauen sind eine Reihe von Kosten verbunden

Wie auch beim üblichen Hausbau ist die Kostenfrage nicht pauschal zu beantworten. Dies ist unter anderem abhängig, in welchem Ausmaße Sie Ihre Wohnung oder Haus so behindertengerecht wie möglich bauen möchten. Sollten Sie den Bau mehrerer Stockwerke in Erwägung ziehen, können die Kosten durch einen privaten Fahrstuhl schon um mehrere tausend Euro steigen. Hier spielen vor allem Ihre Bereitschaft und Ihre finanziellen Möglichkeiten eine Rolle, in welchem Ausmaß die Kosten durch Sonderanfertigungen, elektronische Transporthilfen etc. steigen. Daher sollten Sie sich so umfassend wie möglich über das barrierefreie Bauen informieren. Erste Informationen dazu erhalten Sie z.B. unter www.barrierefrei-bauen.de.

Langfristige Entscheidung für den Ernstfall

Egal, ob Sie nun aus Rücksicht auf Verwandte und Bekannte oder aus Vorsorge Ihre eigenen vier Wände barrierefrei gestalten wollen: Sollte es einmal zu einem ersten Unfall in Ihrer Familie oder im nahen Umfeld kommen, sind Sie zumindest auf alle Eventualitäten vorbereitet. Umzüge oder das nachträgliche, behindertengerechte Umgestalten der Wohnung sind in den meisten Fällen schwierig, kaum möglich oder zumindest mit großen Aufwendungen verbunden. Aus diesem Grund ist es ratsam, sich bei der Entscheidung für einen eigenen Hausbau zumindest mit den Möglichkeiten, Rahmenbedingungen und Kosten des barrierefreien Bauens auseinanderzusetzen.

Bildquelle: © fotolia.com/momius

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